Prof. Gerd Holbach, TU Berlin
Thema

Leuchtturmprojekt: ELEKTRA

Bei der Realisierung des Kanalschubbootes ELEKTRA – auf technische und wirtschaftliche Machbarkeit durch die BEHALA und die TU Berlin geprüft – standen die klimapolitischen Ziele der Bundesrepublik Deutschland im Fokus. Ziel war es, die Beteiligung des Verkehrsträgers Binnenschiff an den logistischen Problemstellungen umzusetzen. In der Idee ging es um einen emissionsfreien hybrid-elektrisch angetriebenen Versuchsträger für den Einsatz in der Region Berlin-Brandenburg und zwischen Berlin und Hamburg.

ELEKTRA besticht durch sein Alleinstellungsmerkmal in Bezug auf den Hauptantrieb und die Energieversorgung an Bord beim Frachttransport. Damit hat es eine Art Vorbildfunktion als emissionsfreies Arbeitsschiff hinsichtlich ökologischer Anforderungen innerhalb sensibler Regionen. Denn das Energiekonzept ist für die Fracht-, Personen- und Sportschifffahrt übertragbar und damit zukunftsorientiert.

Herr Prof. Holbach, was ist das eigentlich Besondere an der ELEKTRA?

Das Besondere an der ELEKTRA ist das neue Energie-System. Die ELEKTRA ist lediglich der Träger dieses Systems. Die Binnenschifffahrt ist bislang durchgehend nicht CO2-neutral. Gerade für Ballungsräume macht das Energie-System Sinn, weil es emissionsfrei ist und Lärmschutz garantiert. Die Idee, Wasserstoff als Treibmittel zu nutzen, ist schon in den 1960er Jahren entwickelt worden. Gemeinsam mit H2 Energy bereitet Hyundai die weltweit erste Flotte von tausend Brennstoffzellen-Nutzfahrzeugen vor, die ab 2019 auf Schweizer Straßen rollen werden. Im Güterverkehr hingegen ist ELEKTRA ein Leuchtturm-Projekt. Man wollte zeigen: Es geht doch!

Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit aus?

Die Investitionskosten sind deutlich über vergleichbaren konventionellen Schubbooten. Ziel ist aber, eine Wirtschaftlichkeit – also in den Betriebskosten – wie in der Diesel-Antriebstechnik zu erreichen. Aber wir können bei dieser Prüfung auch andere Aspekte in die Waagschale werfen: Denkbar wäre nämlich ein Zusatznutzen, auf den man nicht so ohne weiteres kommt. Die Elektra könnte als Stromlieferant für einen Stadtteil fungieren, quasi als mobiles Kraftwerk – Stichwort Sektorenkopplung. Das umfasst Wärme, Energie und Mobilität.

Klingt interessant! Wann wird man spürbar eine Veränderung in der Binnenschifffahrt erreichen?

In die Zukunft gesehen: Technologisch gesehen wird man in fünf Jahren ausgereifte Lösungen präsentieren können. In 10 Jahren wird sich das auf Europas Binnenschifffahrtswegen bemerkbar machen. Die Welt wird insgesamt hybrider, als wir uns das heute vorstellen können.

 

Meilenstein am 22. März 2021

…aus der Halle

…………………..… auf die Helling

 

und jetzt beginnt die Endausrüstung…

 

 

Weitere Informationen:

Elektra – Der Film

Pressemitteilung_ELEKTRA_05.11.2019_Kiellegung

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